Das Weltaktionsprogramm

Von der Bildungsdekade zum Weltaktionsprogramm

Lernen für eine nachhaltige Zukunft - dies war und ist das Ziel der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und auch der gleichnamigen Weltkonferenz, die 2014 in Aichi-Nagoya in Japan stattfand.

Die Vereinten Nationen erklärten die Jahre 2005 bis 2014 zur Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Ihr Ziel: das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen der Bildung zu verankern. Die BNE-Dekade setzte Bildung für nachhaltige Entwicklung weltweit auf die politische Agenda. Die während der 10 Jahre getroffenen Maßnahmen haben vielerorts dazu beigetragen, die bestehenden Bildungskonzepte zu verbessern. Durch zahlreiche innovative Projekte, strukturelle Änderungen und politische Entscheidungen wurde die praktische Umsetzung der BNE gefördert.

Zum Ende der Dekade fand vom 10. bis 12. November 2014 die UNESCO-Weltkonferenz zur BNE in Aichi-Nagoya statt. In einer dort verabschiedeten Erklärung wurden alle Mitgliedstaaten der UNESCO aufgerufen, ihr Engagement für die BNE fortzuführen sowie weiter auszubauen. Die internationalen VertreterInnen der Regierungen und weitere Stakeholder erarbeiteten dort einen konkreten Fahrplan für die weiteren fünf Jahre des Weltaktionsprogramms. Sie folgen darin einer Empfehlung der 37. UNESCO-Generalkonferenz.

Das Weltaktionsprogramm

Die UN-Dekade zur BNE sollte die Rolle der Bildung in der Förderung einer nachhaltigen Entwicklung stärken. Das übergreifende Ziel des Weltaktionsprogrammes (WAP) ist es nun, „Aktivitäten auf allen Ebenen und in allen Bereichen der Bildung anzustoßen und zu intensivieren, um den Prozess hin zu einer nachhaltigen Entwicklung zu beschleunigen". Beim WAP stehen fünf Handlungsfelder im Zentrum, die nachfolgend näher erläutert werden.

Ein Fahrplan zum Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung" verdeutlicht die Ziele der Nachfolgeagenda zur UN-Dekade BNE. Die sogenannte „Roadmap“ richtet sich an alle Akteure der Bildung für nachhaltige Entwicklung – von Regierungen und zwischenstaatlichen Institutionen über zivilgesellschaftliche Organisationen, Lehr- und Ausbildungskräften sowie jeden einzelnen lernenden Menschen.

Ziele des Weltaktionsprogramms:

  • Neuorientierung von Bildung und Lernen, sodass jeder die Möglichkeit hat, sich das Wissen, die Fähigkeiten, Werte und Einstellungen anzueignen, die erforderlich sind, um zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen
  • Stärkung der Rolle von Bildung und Lernen in allen Projekten, Programmen und Aktivitäten, die sich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen.

Lesen Sie dazu auch die Informationen auf der Website der UNESCO-Österreich.

 

Zwischen Gesellschaftspolitik und Bildungstradition

Die Möglichkeiten und Grenzen des neuen Weltaktionsprogramms werden in folgendem Interview von den Experten Gerhard de Haan und Rolf Jucker ausgelotet.  Dass sie dabei in einigen Kernpunkten auch nicht übereinstimmen liegt in der Natur der Sache.

Lesen Sie hier das Interview dazu.

Handlungsfelder

Anders als die Dekade, in der das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in seiner gesamten Breite verankert werden sollte, liegt der Fokus im Weltaktionsprogramm auf folgenden fünf Handlungsfeldern.

Handlungsfeld 1: Politische Unterstützung
Integration des BNE-Konzepts in die Politik in den Bereichen Bildung und nachhaltige Entwicklung, um ein günstiges Umfeld für BNE zu schaffen und eine systemische Veränderung zu bewirken

Handlungsfeld 2: Ganzheitliche Transformation von Lern- und Lehrumgebungen
Integration von Nachhaltigkeitsprinzipien in Bildungs- und Ausbildungskontexte

Handlungsfeld 3: Kompetenzentwicklung bei Lehrenden und MultiplikatorInnen
Stärkung der Kompetenzen von ErzieherInnen und MultiplikatorInnen für effektivere Ergebnisse im Bereich BNE

Handlungsfeld 4: Stärkung und Mobilisierung der Jugend
Einführung weiterer BNE-Maßnahmen für Jugendliche

Handlungsfeld 5: Förderung nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene
Ausweitung der BNE-Programme und Netzwerke auf der Ebene von Städten, Gemeinden und Regionen

In den jeweiligen Handlungsfeldern werden unter anderem die wichtigsten Stakeholder des jeweiligen Aktionsfeldes angesprochen sowie Maßnahmen empfohlen, die ergriffen werden sollten.  Weiters sind in der Roadmap Informationen zur globalen Strategie der Umsetzung des Weltaktionsprogramms sowie Informationen zum Evaluierungsprozess zu finden.

Lesen Sie mehr in der deutschsprachigen Fassung der Roadmap.

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Film: Von der Bildungsdekade zum Weltaktionsprogramm